Höchstbetrag bei der Nutzung mehrerer Arbeitszimmer

Die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer sowie Kosten der Ausstattung können normalerweise nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden. „Ausnahmsweise“ ist ein Abzug dennoch möglich, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein alternativer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Wenn dem so ist, können Aufwendungen bis zum maximalen Betrag von 1.250 Euro berücksichtigt werden. Ein unbegrenzter Abzug kommt jedoch nur dann in Betracht, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen
Betätigung bildet (vgl. § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG).

Der Bundesfinanzhof änderte seine Rechtsprechung und entschied, den Höchstbetrag von 1.250 Euro personenbezogen anzuwenden. Das bedeutet, wenn sich z.B. ein Ehepaar ein Arbeitszimmer teilt; kommt der Höchstbetrag für jeden Ehepartner in Betracht (siehe dazu den Informationsbrief von April 2017 Nr. 2). Diese personenbezogene Anwendung des Höchstbetrags gilt auch, wenn eine Person mehrere Arbeitszimmer unterhält, und zwar für alle Arbeitszimmer zusammen (vgl. BFH-Urteil vom 9. Mai 2017 VIII R 15/15).Es spielt dabei z.B. keine Rolle, ob zwei Arbeitszimmer nacheinander (z.B. infolge eines Umzugs) oder parallel in verschiedenen Haushalten unterhalten werden; in diesen Fällen können die Arbeitszimmerkosten nur bis zu insgesamt 1.250 Euro pro Jahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden.

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